Haben Sie auch schon „Mini-Gewohnheiten“? Oder: Wie die guten Vorsätze nicht gleich wieder vom inneren Schweinehund gefressen werden

Resilienz (=nach Stress & Krisen rasch wieder in den seelischen Normalzustand zurückkehren können, Dt. Resilienz Zentrum) als Kernkompetenz in der          v.u.k.a.-Welt steht in diesem Jahr erneut in meinem Auftragsbuch und passend zum Jahresbeginn fiel mir dazu die Sache mit den „Mini-Gewohnheiten“ und deren positiver Wirkung auf die Resilienzfähigkeit wieder ein… 

 

 

Der Kreis der Kontrolle - Persönliche Veränderung liegt in meiner Macht 

"Sie müssen jeden Tag Dehnübungen machen, sonst ist die Prognose für Sie eher schlecht." - Autsch, diese Aussage meines Orthopäden im letzten Sommer saß. Zumindest für den Moment... Eigentlich war ich ja nur wegen meiner Schmerzen im Knie dort gewesen, nun hatte ich 6 Stunden Krankengymnastik zu absolvieren. Doch die eigentliche Aufgabe stand ja erst danach an: JEDEN TAG 20 Min. Dehnübungen machen. Was habe ich erstmal gemacht? Nichts. Uns das obwohl mir gesagt wurde, die Prognose sei schlecht. Und obwohl ich gerne in meinen Workshops Stephen Coveys Circle-Modell zitiere: 

Covey beschreibt ganz grob zusammengefasst, dass sich besonders effektive Menschen, die ihre Veränderungsvorhaben erfolgreich umsetzen, überwiegend mit dem Circle of control beschäftigen, also dem eigenen Denken und Handeln. Mit dem Circle of concern beschäftigen sie sich dagegen so gut wie gar nicht, da sie an den Dingen in diesen Sphären eh nichts ändern können.   

Ich weiß also, dass ich mich nur auf mein eigenes Denken und Handeln fokussieren muss, ich weiß, was ich zu tun habe und der Erfolg wäre mir in meinem Fall ziemlich gewiss, wenn ich es einfach nur täte.

 

 

Was mich trotzdem davon abhält? 

Meine Amygdala dürfte eine ziemlich große Rolle spielen. Der sogenannte Mandelkern im menschlichen Gehirn interessiert sich nicht für langfristige Ziele & Gewinne in ferner Zukunft. Er ist entspannt bei Genuss im Hier & Jetzt und sorgt für Alarmsignale und einen erhöhten Stresslevel, sobald er Anstrengung bzw. Gefahr erwartet. 

 

 

Tricksen Sie Ihre Amygdala mit Mini-Gewohnheiten aus 

Hier kommen nun die Mini-Gewohnheiten ins Spiel, die auf die Ideen von Stephen Guise zurückgehen. Wenn die Anstrengung, die Sie sich auferlegen, so lächerlich klein ist, dass Ihr innerer Schweinehund gar keine Notiz davon nimmt, dann klappt es auch mit der Umsetzung. Konkret für mich heißt das: Ich habe mit Jahresbeginn angefangen, jeden Tag 3 Min. meine Übungen zu machen. Die kriege ich immer irgendwie eingebaut - und wenn ich schonmal dabei bin, dann werden manchmal auch 20 oder 30 Min. daraus. Und wenn ich keinen Tag auslasse, dann habe ich bald still & leise eine neue Gewohnheit etabliert, die mich meinem Ziel deutlich näher bringt, als wenn ich weiterhin nichts tue, weil das tägliche Ziel zu hoch gesteckt ist.

 

Positiver Nebeneffekt: Wenn ich die 3 Minuten geschafft habe, habe ich mein gesetztes Ziel erreicht und damit ein Erfolgserlebnis. Erfolge zu erzielen durch eigenes Handeln erzeugt Selbstwirksamkeitserleben - und das wiederum stärkt die Resilienzfähigkeit und macht mich stärker für den Umgang mit anderen anstrengenden Veränderungen.   

 

>> Überlegen Sie doch mal, welche guten Vorsätze Sie für dieses Jahr haben (oder bis vorgestern noch hatten), sei es im Privaten          

     (z.B. mehr Sport treiben) oder Beruflichen (z.B. endlich mehr über Agilität lernen). Was wäre eine gute, lächerlich wirkende            

     Mini-Gewohnheit, die dazu passt?    


Resilienz-Training in 2020 

Ich freue mich, dass ich im 1. Halbjahr 2020 ein offenes Resilienz-Training in Zusammenarbeit mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg anbieten kann, in dem es um Mini-Gewohnheiten, Selbstwirksamkeit und vieles mehr gehen wird. Sobald der Termin feststeht, erfahren Sie es hier in meinem Blog.